| |
Schimmelbefall
auf Dia's und Negativen zählt zu dem schlimmsten
Ereignis das einer Fotosammlung wiederfahren kann.
Werden Bilder meist in Alben und in einem Bücherschrank aufbewahrt, lagern
Negative und Diaaufnahmen häufig aus Platzgründen in Kellern und
auf Dachböden. Da Keller und Dachböden nicht immer bewohnt und geheizt
werden, breitet sich die vorhandene Feuchtigkeit auch auf dem Filmmaterial
aus und führt im schlechtesten Falle zu Schimmelbefall.
Sind auch noch die Behältnisse aus Materialien die Feuchtigkeit aufnehmen
(Pappkartons, dichte Holzkisten) ist auch bei ausreichender Belüftung
der Räume, die Feuchtigkeit nicht vom Filmmaterial fernzuhalten. Diarahmen
mit Glas neigen bei Wechsel der Temperatur zur Bildung
von Kondenswasser und bringen so zusätzlich Feuchtigkeit
auf das Filmmaterial.
Ist es erst mal zu Schimmelbildung gekommen ist guter Rat Teuer. Eine vor Jahren
gemachte Aufnahme ist nicht zu wiederholen und der Verlust selten aufzuhalten.
Sollte sich Schimmel auf einigen Filmstreifen und Dia's gebildet haben, sind
diese von dem anderen Material zu trennen, damit eine weitere Ausbreitung nicht
um sich greift. Werden dann die Bedingungen der Lagerung verbessert (trocken,
gut belüft, gleichbleibende Temperaturen), ist der Rest des Materials
vielleicht schon gesichert.
Filmmaterial das von Schimmel befallen ist lässt sich nicht ohne Risiko
behandeln und der Erfolg ist fraglich. Neben dem Verlust der Aufnahme ist auch
auf das Gesundheitsrisiko hinzuweisen, dem man sich aussetzt, wenn man versucht
den Schimmel zu entfernen.
Eingeatmete Schimmelsporen können bei empfindlichen Personen zu Atemwegserkrankungen
führen, die dann langwierig behandelt werden müssen.
Wenn man dies alles bedenkt, wird der ein oder andere zu dem Schluss kommen
das Vorhaben aufzugeben. Es gibt aber Verfahrensweisen die noch zu einem brauchbaren
Ergebnis führen, wobei der Aufwand nicht immer im Verhältnis zu dem
Endergebnis steht.
Voraussetzung zur Schimmelentfernung ist das hygienische Arbeiten mit dem Filmmaterial.
Benutzen Sie Einmalhandschuhe die Sie aus Ihrem Verbandkasten her kennen. Sie
sind in der Apotheke zu erhalten. Es ist auch zu überlegen ob nicht ein
Sporendichter Atemschutz getragen wird, da eine spätere Erkrankung auf
keinen Fall ausgeschlossen werden kann. Arbeitsflächen
müssen so beschaffen sein, dass sie später gut
zu reinigen sind. Alle weiteren Materialien die Sie benötigen,
um Diarahmen zu öffnen, Negative aus ihren Hüllen
zu lösen, sollten
so beschaffen sein, dass Sie nach der Benutzung auch einwandfrei
zu reinigen sind. Weiterhin benötigen Sie Watteträger
und weiche Pinsel die nach Gebrauch entsorgt werden.
Sind jetzt Diarahmen oder Negativhüllen entfernt ist ein Ablösen
des Schimmelbelags auf trockene Weise mit den Watteträgern und/oder Pinsel
durchzuführen. Ist Ihr Filmmaterial sehr feucht, lassen Sie es gut Austrocknen
bevor Sie es weiter Behandeln.
Nun können Sie versuchen mit dem Watteträger den Belag zu entfernen.
Abrollende Bewegungen sind einem Abreiben
vor
zu ziehen. Unter Umständen
löst sich beim Abreiben die Bildschicht von dem Trägermaterial und
der Schaden wird noch größer. Je behutsamer Sie arbeiten umso größer
sind die Aussichten auf Erfolg. Wiederholen Sie diesen Vorgang bis sich kein
Belag mehr ablösen lässt. Achten Sie darauf den Schimmel abzulösen
und nicht nur auf dem Filmmaterial zu verteilen.
Im Idealfall haben Sie den ganzen Belag oder den größten Teil entfernen
können.
Jetzt wird das Filmmaterial zum Scannen vorbereitet. Bei Negativen kann sofort
gescannt werden. Dia's müssen einen neuen Rahmen bekommen, wobei auch
hier die Überlegung besteht einen Glasrahmen zu benutzen und diesen
nach dem Scannen zu entsorgen oder aufwendig zu reinigen.
Glasrahmen haben den Vorteil das Sie das Dia beim Scannen abdichten und so
den Scanner vor Schimmel schützen. Zur entgültigen Aufbewahrung sollte
aber wieder ein neuer "luftiger" Rahmen gewählt werden. Filmträger
für Negative müssen nach dem Scannvorgang gut gereinigt werden!
Das durch das Scannen erstellte Bild kann jetzt mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung
von weiteren Schimmelresten befreit werden. Hierbei lassen sich gute bis
sehr gute Ergebnisse erzielen. Wer jetzt noch will kann sein Filmmaterial
weiter
behandeln. Ein
digitales Negativ liegt vor und bei weiterer Beschädigung
des Originals hält sich der Verlust in Grenzen.
Nun ist eine feuchte Behandlung mit Wasserbad und Alkoholtinktur
möglich
ohne Gefahr zu laufen das Original gleich zu verlieren. Die Behandlung mit
Flüssigkeiten führt oft zum Ablösen der Bildschicht vom Trägermaterial
und damit zum endgültigen Verlust. Bei diesen weiteren Verfahren kann
keine einheitliche Vorgehensweise von uns empfohlen werden. Die Arbeit beruht
auf Erfahrungswerten mit dem Filmmaterial und wird je nach Gefühl variiert.
Verträgt ein "gesundes" Filmmaterial zur Säuberung ein
Wasserbad kann das für den schimmelbefallenen Film zur Zerstörung
führen.
Ultraviolettes Licht soll zur Schimmeleindämmung beitragen und kann in
den Behandlungsprozess mit einbezogen werden. Dem Anwender sind hier viele
Möglichkeiten gegeben um Filmmaterial zu erhalten und weiter zu schützen.
Es sollte aber gut überlegt sein da ein Erfolg nicht garantiert ist und
eine weitere Zerstörung folgen könnte. Die
hier beschriebene Methode garantiert keinen Erfolg auf
die Wiederherstellung oder Rettung des Filmmaterials.
Wir übernehmen auch keine Haftung für weitere
Beschädigungen die nach Ausführen der hier
beschriebenen Arbeiten an den Filmen entstehen sollten!
Möchten Sie diese Arbeiten nicht selbst durchführen werden wir für
Sie, in der hier beschriebenen Art und Weise, tätig.
Nach Absprache werden wir Ihr Filmmaterial behandeln.
Hierbei übernehmen wir keine Haftung für weitere Schäden an
Ihrem Bildmaterial!
|
|